16. u. 17. Jh.
Vor und nach dem Dreißigjährigen Krieg

Uns sind etliche Namen von Laibaröser Bauern des 16. Jahrhunderts bekannt. Im Zusammenhang mit der Sondersteuer für den Festungsbau von Forchheim werden im Jahre 1555 die folgenden 8 Namen aus Leibroß aufgeführt:
   Hans Krasser
   Thoma Schmauß
   Hans Herbst
   Hans Krasser Schmied
   Hans Kraus
   Caspar Herbst
   Michel Herbst
   Jobst Kraus [81]


Dem Frauen-Siechhof von Bamberg (Obere Pfarre?) gehören nach einer Aufzeichnung aus dem Jahr 1592 in Laibarös folgende Lehen:
Leybroß
   Hans Smaus (Schmauß), hat ein Gut und Hofzinslehen
   Heinz Kraus, hat ein Lehen und Hofzinslehen    
solche Güter [wurden] von den von Guntzendorf zu Lehen [aufgetragen] 1496
   Martin Krasser, hat ein Gütlein
   Jacob Herbst, jam Hans Nüßlein zinst
   Moritz Hungerberger, hat ein Gut und einen Hof  [82]


Damit sind aber sicher noch nicht alle Anwesen in Laibarös erfaßt. Weitere Lehen gehörten wie bereits erwähnt dem Kloster Langheim, den Herren von Aufseß, dem Stift St. Gangolf in Bamberg und den Rittern von Streitberg, die seit 1503 in Burggrub ansässig waren. Einem Verzeichnis über die kaiserlichen Reichslehen aus der Hand des Dietrich von Streitberg zu Burggrub aus dem Jahr 1589 entnehmen wir folgende Einträge:
Michell Herbst ... ein Seldengut  ... [83]
Hanß Herbst ... ein Seldengut ...
Moritz Herbst ... einen Acker am Wehrenthal  [84] gelegen, stößt mit einem Ort ufn Boxdörffer Weg, mit dem anderen an Hanß Herbsten Feld.


Nach dem Aussterben der von Streitberg im Jahre 1690 wurden die Gutsherren über diese Lehen die Schenk von Stauffenberg auf Greifenstein. [85]

Die "Designatio Confitentium in Parochia Königsfeld" [86]  zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges  [87] (1628) spricht von 22 Wohnhäusern in Laibarös. [88] Eine Generation später sieht es schlimm aus. Das Steuerregister des Amtes Hollfeld [89] aus dem Jahr 1653 nennt nur noch 11 statt der vorherigen 22 Anwesen:
   Hanß Götz, Schultheiß
   Hanß Schmidt
   Georg Nüßlein
   Hanß Roppelt
   Paulus Popp
   Georg Herbst
   Hanß Herbst
   Jacob Pfeyfer (?)
   Pangratz Graßer
   Andreas Spengler
   Albert Götz


Wenn man pro Haushalt 2 bis 5 Personen rechnet, dann dürfte es in Laibarös nach dem Dreißigjährigen Krieg nur noch 20 bis 50 Einwohner gegeben haben. Einige Familien zogen nachweislich nach Hohenpölz. In einem Urbar von 1669 wird ein Pankraz Kraßer aus Laibarös genannt, dessen Familie bei der Haushaltszählung des Amtes Hollfeld von 1676 aus 5 Personen besteht. [90] In diesem Jahr zählt Hohenpölz ohne die Heroldsmühle 79 Einwohner. Für Laibarös werden sogar nur noch 24 Personen angegeben:
... Götz mit Frau, 2 Kinder, 1 Knecht, 2 Mägde 7 Personen
Jobst Arnold mit Frau, 2 Kinder, 1 Jungmagd 5 Personen
Pangratz Pfeufer mit Frau, 1 Kind 3 Personen
Cuntz Nüßlein mit Frau, 2 Kinder 4 Personen
Hanns Schmidt mit Frau 2 Personen
Jacob Morlein ... mit Frau 2 Personen
Heinrich Götz [91]

Es ist allerdings auch möglich, daß die Anwesen, die nicht nach Hollfeld, sondern nach Langheim, Aufseß oder Greifenstein zinsten, in dieser Liste nicht aufgeführt werden.
Zur Zeit ist es noch nicht möglich, diese Namen den heute bestehenden Anwesen in Laibarös zuzuordnen. Hausnummern gab es noch nicht, Hausnamen werden nicht genannt; einzig die Größe der Höfe könnte eine Hilfe sein.
1653 saß Paulus Popp auf der Sölde, die Hans von Aufseß im Jahre 1481 an die Kirche von Hohenpölz gestiftet hatte. [92] Bei Dieter Zöberlein erfahren wir außerdem:
"Zu den umfangreichen Reichslehen der Ritter v. Streitberg zählten u. a. zwei Güter in Laibarös. Sie werden erstmals namentlich in einer Rechnung des Königsfelder Lehenvogtes Bachmann von 1628/29 aufgeführt. Zinsen entrichteten Michel Herbst und Veit Krasser. Später (1690) kristallisiert sich heraus, daß es sich um die Schenkstatt des Lorenz Otto handelte und um das Söldengut des Hans Nüßlein. Um 1700 befand sich die Schänke im Besitz von Heinrich Schlauch. Zum Rittergut Greifenstein der von Streitberg / von Stauffenberg gehörte ferner ein freieigener Hof, wie es das Streitberger Teilungsverzeichnis von 1617 ausweist. 1701 zinste davon der Gültbauer Hans Körnlein, 1813 zinste Hans Herbst."  [93]
Das Kloster Langheim besitzt 1671 immer noch eine Hube in "Laubrost zwischen Poxdorf und Tiefenellern". [94]

Das Zins- und Lehenbuch des Amtes Hollfeld für die Jahre 1688 bis 1692 nennt 4 Anwesen und den entrichteten Zins:
5 Gulden für das Gütlein von Hannß Nüßlein
10 Gulden für das Gütlein von Hannß Herbst
5 Gulden für das Gütlein von Jobst Arnoldt
2 Gulden 3 Kreuzer für die Hube von ... Nüßlein(?) [95]
Die Wunden des Dreißigjährigen Krieges dürften erst nach zwei oder drei Generationen verheilt gewesen sein.
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